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Die Sage vom Werwolfstein

Bei dem magdeburgischen Dorfe Eggenstedt erhebt sich auf dem Anger nach Seehausen zu ein großer Stein, den das Volk den Werwolfstein nennt.
Vor langer Zeit hielt sich an dem Brandsleber Holze ein Unbekannter auf, von dem man nie erfahren hat, wer er sei, noch woher er stamme. Überall bekannt unter dem Namen des Alten kam er öfters ohne Aufsehen in die Dörfer, bot seine Dienste an und verrichtete sie zu der Landleute Zufriedenheit. Besonders pflegte er die Hütung der Schafe zu übernehmen.
Es geschah, dass in der Herde des Schäfers Melle zu Neindorf ein niedliches, buntes Lamm fiel. Der Alte bat den Schäfer dringend ohne Ablass, es ihm zu schenken. Der Schäfer wollte es nicht hergeben. Am Tag der Schur brauchte Melle den Alten, der ihm dabei half. Bei seiner Zurückkunft fand er zwar alles in Ordnung und die Arbeit getan, aber weder den Alten noch das bunte Lamm.
Niemand wusste geraume Zeit von dem Alten. Endlich stand er ein Mal unerwartet vor Melle, welcher im Kattenthal weidete und rief höhnisch: "Guten Tag, Melle, dein bunt Lamm lässt duch grüßen!" Ergrimmt griff der Schäfer seinen Krummstab und wollte sich rächen. Da wandelte plötzlich der Alte die Gestalt und sprang ihm als Werwolf entgegen. Der Schäfer erschrak, aber seine Hunde fielen wütend auf den Wolf, welcher entfloh. Verfolgt rannte er durch Wald und Tal bis in die Nähe von Eggenstedt. Die Hunde umringten ihn und der Schäfer rief: "Nun sollst du sterben!" Da stand der Alte wieder in Menschengestalt, flehte bittend um Schonung und erbot sich zu allem. Aber wütend stürzte der Schäfer mit seinen Stock auf ihn ein. Urplötzlich stand vor ihm ein aufsprießender Dornstrauch. Auch ihn schonte der rachsüchtige Schäfer nicht, sondern zerhieb grausam die Zweige. Noch ein Mal wandelte sich der Unbekannte in einen Menschen und bat um sein Leben. Der hartherzige Melle blieb unerbittlich. Da suchte der Alte als Werwolf zu entfliehen, aber ein Streich des Melle streckte ihn tot zur Erde. Wo er fiel und beigescharrt wurde, bezeichnet ein Felsstein den Ort und heißt nach ihm auf ewige Zeiten.
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[Letze Änderung: 10. Februar 2005].